GPL: Gilt das Copyleft auch für Plugins?

Die GNU General Public License (GPL) ist die am weitest verbreitete Open-Source-Softwarelizenz. Das Linux-Betriebssystem Ubuntu, die Blogsoftware WordPress, die Office-Suite LibreOffice oder das Bildbearbeitungs-Tool GIMP sind nur einige populäre Beispiele. Viele dieser GPL-lizenzierten Programme bieten eine Schnittstelle, die es ermöglicht, Plugins einzubinden und so den Funktionsumfang der ursprünglichen Software erheblich zu erweitern.

Doch wie sieht es mit der Lizenzierung dieser Plugins aus? Müssen Plugins für GPL-Programme ebenfalls unter der GPL verbreitet werden oder ist auch eine unfreie Verbreitung (und damit eine Kommerzialisierung) dieser Plugins möglich? Diese Fragen sollen im folgenden Beitrag anhand eines kleinen Beispiels beleuchtet werden:

Softwareentwickler S entwickelt für die Blogsoftware WordPress ein Plugin, welches die beliebte Plattform um eine Fotogalerie erweitert. Da er viel Zeit und Energie in die Entwicklung des Plugins gesteckt hat, möchte er es gerne verkaufen und nicht zum freien Download zur Verfügung stellen.

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BGH: Keine Störerhaftung für volljährige Familienangehörige, wenn keine Anhaltspunkte für Missbrauch

Der unter anderem für das Urheberrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat heute entschieden (Az. I ZR 169/12), dass der Inhaber eines Internetanschlusses für das Verhalten eines volljährigen Familienangehörigen nicht haftet, wenn er keine Anhaltspunkte dafür hatte, dass dieser den Internetanschluss für illegales Filesharing missbraucht.

Die Klägerinnen sind vier führende deutsche Tonträgerhersteller. Der Beklagte ist Inhaber eines Internetzugangs. In seinem Haushalt leben auch seine Ehefrau und deren volljähriger Sohn.

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BGH verhandelt morgen im Fall BearShare

Der BGH verhandelt am 8. Januar 2014 im Fall BearShare (Az. I ZR 169/12), der seit dem Jahr 2010 die Gerichte beschäftigt:

Die Klägerinnen sind vier führende deutsche Tonträgerhersteller. Der Beklagte, ein auf Onlinerecherche und Internetpiraterie spezialisierter Polizeibeamter, unterhält in seiner Privatwohnung einen Internetzugang. In seinem Haushalt leben auch seine Ehefrau und deren volljähriger Sohn, sein Stiefsohn.

Die Klägerinnen ließen den Beklagten durch einen Rechtsanwalt mit Schreiben vom 30. Januar 2007 abmahnen; sie behaupteten, am 12. Juni 2006 seien über seinen Internetanschluss 3.749 Musikaufnahmen, an denen sie die ausschließlichen urheberrechtlichen Nutzungsrechte besäßen, in einer Internettauschbörse zum Herunterladen verfügbar gemacht worden. Der Beklagte gab ohne Anerkennung einer Rechtspflicht eine strafbewehrte Unterlassungserklärung ab. Er weigerte sich jedoch, die geltend gemachten Abmahnkosten zu bezahlen.

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